Auch nur dank eines Gutscheins hatte ich am sonntag Abend das Vergnügen District9 im UCI meiner Wahl besuchen zu dürfen. Ohne diesen wäre ich sicher nicht wegen dieses Filmes im Kino gewesen, die Trailer erweckten einfach zu stark den Eindruck das es sich um einen 0815-scifi-aliens böse-menschen gut-menschheit obsiegt Film handelt. ABER:
Das dieser Eindruck gänzlich falsch ist bemerkt man schon in den ersten Minuten. Dokumentationsartig werden hier aus Sicht eines in das Geschehen involvierten Kamerateams die Umsiedlung einer vor 20 Jahren auf der Erde gestrandeten, seitdem in einem eldenden Ghetto zusammengetriebenen und geächteten (hässlichen) Alienrasse gezeigt. Besonders werden dabei die Handlungen und Aussagen des Hauptdarstellers gefilmt. Da dieser ein tollpatschiges Bürohengstchen ist welches nur an den verantwortungsvollen Posten kam weil er der Ehemann von der Tochter des Chefs ist, prägt das erste Drittel des Films eine gewisse Komik. Diese kippt aber wenn dem Zuschauer bewusst wird, dass hier ernsthafte Kritik an ihn herangetragen wird. Die Alienrasse ist nur ein Synonym für ein aus Profitgier von Unternehmen/Staat Y unterdrücktes, wehrloses, unverstandenes und mit Drogen X (Katzenfutter *tilt*) abhängig gemachtes Volk Z. Spätestens als der von einem Alienvirus infizierte Hauptdarsteller von seinem eigenen Unternehmen (und Schwiegervater!) für un"menschliche Tier"versuche benutzt wird, wird ihm und auch dem Zuschauer der makabere und sehr ernsthafte Teil des Films bewusst. Dabei wird an vielen Stellen einfach draufgehalten, anstatt auszublenden wie man anhand der Komik im ersten Drittel erwartet hätte... dadurch wirkt das ganze was nun folgt noch schockierender.
Ich will nicht zuviel verraten. Alles in allem muss ich sagen ein in jeder Hinsicht überraschend guter Film, welchen ich auch jedem der nicht schon "minimal" Sci Fi zum kotzen findet, ans Herz legen würde. Aber Vorsicht, schwer verdaulich ;)